Ein gedeihender Mensch zu sein, das mag für manchen seltsam klingen, doch wenn das ‹Gedeihen› in den Wert des Wortes umgesetzt wird, wie er ursprünglich existierte, nämlich ‹Segen› resp. ein gesegneter Mensch zu sein, dann wird das Ganze plötzlich für jedermann verständlich. Das ‹Segnen› jedoch ist gegensätzlich zum ‹Gedeihen› kein neutraler, sondern ein religiös-sektiererischer Begriff, der auf das altgermanische Zeitwort mhd. ‹segenen›, "das Zeichen des Kreuzes machen, bekreuzigen, segnen" zurückführt, ahd. SEGANŌN. Alles beruht auf einer frühen Entlehnung aus lat.-kirchenlat. sīgāre "mit einem Zeichen versehen (bezeichnen, siegeln, versiegeln; das Zeichen des Kreuzes machen", das von lat. signum "Zeichen, Merkzeichen, Kennzeichen; (kirchenlat. :) Zeichen des Kreuzes" abgeleitet ist. Hier ist aber nicht vom religionskultischen ‹Gesegnet› die Rede, sondern vom ursprünglichen ‹Gedeihen›, das durch die christliche Religion zum ‹Segen› verfälscht wurde.